Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein will zurücktreten
Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein will zurücktreten
Freitag, den 01. Mai 2009 um 09:17 Uhr
Am 29.04.08 kündigte der Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein, Herr Wilhelm Werhahn an, dass er zurücktreten werde. In einem Brief an die Mitglieder der Vollversammlung teilte er mit: "Zeiten des Umbruchs und starker wirtschaftlicher Veränderungen sollten auch mit dem Wechsel im Amt des Präsidenten einhergehen." Ausdrücklich betonte er: "Ich habe das Amt für die Selbstverwaltung der Wirtschaft gerne und mit innerer Überzeugung ausgeübt."
Hinterrücks wird jedoch gemunkelt, dass der Präsident gerade wegen seiner inneren Überzeugung so betroffen sei von den neuesten Entwicklungen in der DIHK-Affäre, die er persönlich mitgetragen habe. Im Rahmen ihres Ermittlungsverfahrens gegen die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammern hatte die Staatsanwaltschaft Berlin in diesem Monat festgestellt, dass die Sonderleistungen der IHKn und damit auch die der IHK Mittlerer Niederrhein an den DIHK "gegen die für die IHK'n maßgeblichen haushaltsrechtlichen Vorschriften verstoßen".
Deshalb sei - so die Staatsanwaltschaft Berlin - "das Verhalten der Beschuldigten pflichtwidrig im Sinne der Untreue".
Vor sieben Jahren hatte Wilhelm Werhan den Posten des IHK-Präsidenten übernommen - unmittelbar vor Beginn der DIHK-Affäre. Der DIHK hatte am 26.06.02 den Beschluss gefasst, dass ihn die IHKn mit insgesamt ca. € 2.000.000 in Form eines Darlehns zu unterstützen haben. Dies bedeutete z.B. für die Mitgleider des IHK-Bezirks Duisburg - Wesel - Kleve einen Mehraufwand von € 67.400.--, den die IHK bereits überwiesen hat! Diese Überweisung führte zu zahlreichen Verfahren, die z.Zt. vom OVG Münster verhandelt werden.


